Mai 30

Ambrose Bierce hat einmal formuliert, „beten heiĂźe darum zu bitten, dass die Gesetze des Universums wegen eines einzigen, eingestandenermaĂźen unwĂĽrdigen Bittstellers auĂźer Kraft gesetzt werden.“ Inzwischen scheint man auf Verlegerseite in Sachen Apple und iPad Apps vom Beten Abstand zu nehmen. Die anfängliche Begeisterung der Verleger ist einer geboten kritischen Betrachtung gewichen.

Heise berichtet, die Verleger wĂĽrden wegen der strengen Kontrolle der Inhalte auf dem iPad durch Apple nun das Gespräch mit Steve Jobs suchen. Offensichtlich wollen sich die Verleger nicht zu Inhaltelieferanten von Apples Gnaden degradieren lassen und kritisieren die „Zensur“, die Apple auf dem iPad ausĂĽbt.

Marcel Weiss berichtet zugleich in seinem Blog Neunetz.com darĂĽber, wie andere Apps den Verlegern das Wasser abzugraben drohen, weil fĂĽr die Inhalteproduktion – so der Kern des Beitrags – „natĂĽrlich auch auf dem iPad die nahezu gleichen Marktdynamiken zutreffen, wie man sie im Netz antrifft.“ Und er ergänzt:

„Der einzige wesentliche Unterschied liegt in Apples zentralisiertem Ansatz mit anhängendem Zulassungs-Prozess fĂĽr den Appstore.“

Unterdessen berichtet Focus Redakteur Torsten Kleinz ĂĽber die technischen RĂĽckentwicklungen, die die Hardwarehersteller, wie zum Beispiel Apple, vollziehen, um den Stand bereits erreichter technologischer Freiheiten zurĂĽckzuschrauben. Inhaltlich geht es natĂĽrlich darum, die Kontrolle, „die Apple ĂĽber sein Produktuniversum hat, (…)  immer wieder in klingende MĂĽnze“ umzusetzen.

Vielleicht hilft demnächst den Nutzern und Konsumenten nur noch Beten.

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